Annette Scholonek - Professionelles Lektorat
Was ist eine Normseite? Lektoren rechnen beim Lektorat und Korrektorat von Manuskripten meist nach Normseiten ab. Dies ist eine Seite, die so formatiert ist, dass sie 30 Zeilen mit je 60 Zeichen hat (inklusive Leerzeichen). Theoretisch hat eine Normseite 1800 Zeichen. Da in einem Manuskript aber nicht jede Zeile bis zum Rand beschrieben ist und es auch Leerzeilen gibt, hat eine reale Normseite oft nur 1500 bis 1650 Zeichen. Üblicherweise wird für Normseiten noch eine Schrift wie Courier New gewählt, weil sie zu den Schriften gehört, wo jedes Zeichen (fast) gleich viel Platz im Text einnimmt. Der Buchstabe „I“ bekommt dort also so viel Platz wie das „W“. Normseiten - Vergleiche Wer sich unter 1800 Zeichen nichts vorstellen kann, der findet im Folgenden einige Vergleiche. Eine Normseite entspricht etwa 250 Wörtern einer A5-Seite einer halben Word-Seite den Seiten mancher Kinder- und Jugendbücher Normseiten sind also eher kleine Seiten. Falsche Normseiten Neben richtigen Normseiten sind in der Praxis noch die „falschen Normseiten“ verbreitet, bei denen man die Zahl aller Zeichen des Manuskripts (inklusive Leerzeichen) einfach durch 1800 teilt. Diese Rechenmethode führt in der Regel NICHT zu der gleichen Zahl an Seiten wie die Formatierungsmethode. Die Rechenmethode führt zu theoretischen Normseiten und die Formatierungsmethode zu empirischen Normseiten. Um die echte Anzahl an Normseiten zu ermitteln, muss man das Manuskript also korrekt formatieren. Allerdings ist dies auch aufwendig, gerade für Leute, die nicht so oft mit dem Lektoratsbereich in Berührung kommen. Eine Alternative ist es, die Normseitenzahl zu berechnen, indem man einen Zeichenwert wie 1575 als Berechnungsgrundlage wählt. Das ist der Mittelwert der empirischen Normseiten, welche 1500 bis 1650 Zeichen haben. Auf diese Weise erhält man eine Seitenzahl, die (fast) identisch mit jener Seitenzahl ist, die bei der Formatierungsmethode herauskommt. „Fast identisch“ bedeutet, dass durch viele Leerzeilen oder halbvolle Seiten im Manuskript immer noch Abweichungen entstehen können. Aber der Lektor soll schließlich keine leeren Seiten lektorieren bzw. dafür bezahlt werden. Insofern ist die Rechenmethode mit den 1575 Zeichen sowohl gegenüber dem Lektor wie auch gegenüber dem Kunden fair. Zudem lässt sie sich leicht anwenden und der Weg zum Ergebnis ist transparent. Es spricht aber auch nichts dagegen, wenn der Lektor bzw. der Kunde den Preis auf Basis von 1800 Zeichen bemessen. Der Preis sollte dann nur entsprechend angepasst werden. Das Dokument für Normseiten formatieren Es gibt viele Wege, die zu diesen Standardseiten führen. Um das Manuskript ins Normseiten-Layout zu bringen, kann man zum Beispiel diese Vorgaben wählen: Schrift: Courier New Zeilenabstand: genau 23 pt linker Seitenrand: 2,7 cm rechter Seitenrand: 3,0 cm oberer Rand: 2,5 cm unterer Rand: 2,5 cm Zugegeben, man muss eine Weile ausprobieren, bis man im Textverarbeitungsprogramm die ideale Normseite durch Einstellen von Seitenrändern, Zeilengröße und Schriftgröße gefunden hat. Kundenorientierte Lektoren übernehmen das Berechnen der Normseiten und teilen dem Kunden vor Auftragsvergabe das Ergebnis mit. Um die Kosten abschätzen zu können, ist es aber auch als Kunde sinnvoll, sich mit dieser Seitenart auseinanderzusetzen. Sie ist ein Standard in der Verlags- und Lektoratsbranche. Wenn Sie ein Lektorat für Ihr Manuskript wünschen, schreiben Sie mir eine Mail an: professionelles-lektorat[at]t-online.de
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